Blick aus meinem Fenster

Wie eigensinnig.

Ost und West so verschieden.

Nur der Himmel ist gleich.

Die gleichen Sterne.

Der gleiche Mond.

Gestern sah ich eine Sternschnuppe.

Mein Wunsch betraf uns.

Denn auch wir sind dieselben.

Gleiche Gefühle.

Gleiches Herzklopfen.

Ob er in Erfüllung gehen wird?

 

... zankapfel ...

1.11.08 10:50


Reiskorn

Man schenkte mir eine Kette.

Mein Name auf einem Reiskorn -

in rote Farbe gebettet.

 

Und die Farbe sprach:

Ich liebe dich.

Parallel zum Blick des Gebenden!

 

Eine Geste der Liebe -

wie jeder Tag mit dir.

 

Danke.

11.11.08 18:15


"Von euren mitleidigen Blicken ...

... füllt sich mein Magen auch nicht!" -

Das Stuttgarter Tagebuch.

 

Den Schwaben wird nachgesagt, sie seien geizig. Sie seien ein egoistisches, auf sich selbst bezogenes Volk, mit keinerlei Anstand und einem uneingeschränkten Hang zur Spitzbübigkeit.

Den typischen Schwaben kann man mit Spaß und Ernst analysieren.

Traditionell beginnt sein Morgen mit einem nachbarschaftlichen „Grüß Gott“ und der anschließend, mir gestellten Frage:

Warum tut er es nicht selber?

Während der Abend der älteren Generation in einem heiteren „Ade“ ausklingt, wird fleißig an anderer Stelle gekehrt, gearbeitet und jeder Euro dreimal umgedreht – ganz nach dem Motto:

"Schaffe, spare, Häusle baue, Hund abschaffe, selber belle!"

Dabei ist die Weltkultur geprägt von schwäbischer Innovation:

An erster Stelle Hegels Dialektik, schließlich das Automobil – Daimler, Einsteins Relativitätstheorie, Linsen mit Spätzle und die Kehrwoche.

In ihrem Einfluss zwar recht unterschiedlich, offenbaren uns diese Einführungen und Erfindungen doch eine stückweite Verwandtschaft, die wir alle mit einem herzlichen „Grüß Gott“ begrüßen.

Bei einem Schlendergang auf Stuttgarts Flaniermeile - der Königstraße - wird es einem jeden gelingen den Schwaben zu untersuchen. Lauft mit einem Tunnelblick die Straße entlang – schaut nicht hinab auf die armen, ungewaschenen Menschen, deren Mützen leer wie deren Mägen vor ihnen liegen, sondern konzentriert euch auf die eilende Menge, die der Arbeit hinterher eifert.

Ihr werdet erkennen:

In den tristen, humorlosen Gesichtern der reizenden Kultur verbreitet sich ein klassischer Fehlschluss.

Sie fühlen sich missverstanden.

Schließlich können die Schwaben alles.

Außer Hochdeutsch.

 

Ade.

18.11.08 07:26


Natascha die „Hurre“ und der schwule Schwabe!

Wer kennt das nicht?

Man begibt sich in den morgendlichen Trott und wird schon zu früher Stunde zum Denken aufgefordert. An der Haltestelle Münster Rathaus war eine „Künstlerin“ am Werk, die scheinbar mit Natascha der „Hurre“ im Clinch liegt. Ihr Schaffen eher zeitgenössisch mit Anlehnung an den heutigen „Genie-Kult“ – den streng verachteten, immer wieder zitierten und ausgeführten Vandalismus; eine realistische bis naturalistische Kunstrichtung, die mehr Natur als richtungweisend ist.

Mit sommerlich wirkender, grasgrüner Tinte stehen die Buchstaben elegant in Größe und Form aufeinander abgestimmt auf der Glasscheibe an meiner Haltestelle.

Jeden Morgen darf ich diesen Erguss bewundern und stelle mir kunstkritische Fragen:

Wer ist diese Natascha?

Und aus welchem Grund wurde diese arme Frau zu einer „Hurre“?

Ist dieser orthographische Fehler, der zweifelsohne beabsichtigt ist, dem starken Einfluss der BILD-Zeitung zu verdanken und warum gelingt es diesem Talent auf solch simple Art und Weise Kritik an der Unwissenheit unserer Jugend zu üben?

Was hat sich der Künstler - das Genie - dabei gedacht?

Die Farbe grün als Symbol der Hoffnung.

Sie will in uns Zuversicht wecken, dass in diesem Dunkel der jugendlichen Halbbildung ein grüner Schein schimmert. Ein giftgrüner Dunst.

Hoffen wir das Beste.

Das Genie ist ein kleines, blondes Wesen mit einem afroamerikanischen Teint. Diese Sorte Jugend ist uns allen bekannt. Sie schärfen das Bild der auf sie bezogenen Vorurteile und wenn sie lesen, dann nur die „Bravo“ im Schatten der elektrischen Sonne.

Nun ein schnelles Wort zu den Schwaben:

Schwaben erkennen sofort, wenn ein „Grüß Gott“ mit Berliner Akzent gesprochen wird. Dabei sagen wir weder „Ick grüß’ dir, Gott!“ oder „Grüß Jott!“.

Ein kleiner, chic gekleideter und vermutlich vom anderen Ufer kommender Schwabe klärte mich auf, dass wir es einfach zu hochdeutsch formulieren.

Außerdem seien es nur die Berliner, die sich über diese doch sehr bayerische Redewendung amüsieren. Die anderen würden es eher mit Belanglosigkeit betrachten.

Berliner trügen immer ein spöttisches Grinsen auf ihren Lippen, wenn sie diese Begrüßung formulieren, da Hauptstädter ja sowieso unentwegt lachen würden.

Ja, ich gebe zu, dass dies ein großer Vorteil meiner Heimatstadt ist.

Wir können lachen.

Und wir tun es, weil es glücklich macht.

Geben wir nichts drauf, dass Berlin bis über beide Ohren verschuldet ist!

Stuttgart baut ab und Berlin nimmt zu!

Lasst uns mit den Händen wedeln und sagen:

Aba lachen könn’ wa!

Ade

 

18.11.08 13:48


"Weinberger-Waagen" - Massaker

In so einer körperkritischen Zeit wie Herbst und Winter sind wir Menschen bemüht, nicht allzu viel Speck anzusetzen. Ich zum Beispiel versuche es momentan mit dem regelmäßigen Besuch im Fitnessstudio.

Daraus folgt, dass ich mich nun wöchentlich erwartungsvoll auf die Waage begebe.

Welcher Frau ist das nicht bekannt?

Bis auf den letzten Stoffzipfel entkleidet, steigt man auf den besten Freund oder schlimmsten Feind einer Frau und legt die Messlatte der Erwartungen nicht allzu hoch, damit man nicht jammernd im Schokoladenfrust ergeht.

Nun dauert es zwei bis drei Sekunden, bis sich die zweistellige Zahl mit einer Ziffer nach dem Komma zeigt. Natürlich glotzt man nicht gebannt auf die Entwicklung der Zahlen, sondern schaut im Badezimmer herum und lässt sich viel Zeit mit dem Bestaunen der vielleicht doch dreistelligen Zahl mit einer Ziffer nach dem Komma.

Wenn man dann seinen Blick neigt, arbeiten sich die Augen langsam von den Fersen vor zum großen Zeh und anschließend begeben sie sich in die Nähe der Anzeige.

Als meine Augen kurz vor der Anzeige waren, las ich den Namen der Waage: „Weinberger“ und ich war mir sicher, hier in Stuttgart, gelegen an den schönen Weinbergen, wird sich meine Waage wohlfühlen.

Pustekuchen!

Es waren die unerhofften Dimensionen und dass nur, weil dieses Messgerät überhaupt nicht gut auf „bergige Landschaft“ zu sprechen ist.

Der Boden unseres Altbaus ist nämlich an einigen Stellen schief und so steht die Waage an einer Stelle, an welcher sie leicht geneigt ist.

Als ich sie dann auf geraden Untergrund stellte und die gleiche Prozedur ( umherschauen, Kopf neigen, Verse, Zeh, „Weinberger“ ) hinter mich brachte, zeigte die Waage tatsächlich zweieinhalb Kilo weniger an.

Ich sag euch, wie das Leben in den Weinbergen die Psyche des Menschen misshandeln kann, ist ungeahnt. Wer weiß wie viele Frauen in meiner Gegend davon ausgehen, Übergewicht zu haben, obwohl sie nur eine „Weinberger“-Waage besitzen?

Mit diesem wohlgemeinten Ratschlag an meine Schwabenfrauen, verabschiede ich mich und wünsche einen „Übergewichtsfreien-Tag“.

 

Adele

20.11.08 11:09


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