Blick aus meinem Fenster
Heimat

Leiser Duft - laute Erinnerung

Und ich freute mich -

auf den heimischen Duft der Linde,

als ich weit weg war -

wo keiner dieser Bäume je gesehen. 

 

Als ich sie roch -

fühlte ich mich zuhause.

 

Mehr denn je. 

Und dabei war ich gar nicht lange weg.

 

7.7.08 20:13


Eine neue Heimat.

Jetzt habe ich sie:

Die Lösung.

Entdeckt in knapp 76 Minuten,

gesucht eigentlich nichts.

 

Ich war mir gewiss,

dass nicht alles so schnell gehen würde.

 

Dass ich Zeit bräuchte, um herauszufinden,

was das beste ist – für mich.

 

Nun endlich weiß ich es –

Und ich bin mir sicher,

dass das Leben auch auf der anderen Seite

meiner kleinen Welt einen Platz für mich bereithält.

 

Einen Platz,

an dem ich fremd bin –

Noch einmal ganz neu beginnen werde.

 

Ein Platz,

an dem ich Ansehen sammeln möchte –

welches ich hier schon manches Mal gewann.

 

Ein Platz,

den ich mir ganz neu einrichten werde –

auch wenn es vielleicht ein wenig kostet.

 

Ein Platz,

an dem ich mich trotz der Fremde zuhause fühlen werde –

weil ich nicht alleine bin.

 

Ein Platz – mein Ort – ... Leben.

Eingesetzt sehr vorsichtig ein Wort.

 

Die Wahl:

Mein...

Dein...

Unser...

... Leben.

 

... zankapfel ...

19.6.08 20:02


Jede Geschichte ...

... braucht seinen Schluss.

Erinnern Sie sich an jenes vermeintliche Ende dieser Geschichte?

[...]

Ich sah hinüber zu meiner Tochter, welche die weiße Katze auf dem Arm trug. Ich hielt nach der Schwarzen Ausschau. Sie stand neben dem Sofa und sah zu mir hoch. Ich fragte, welche die wilde Katze sei. „Die Schwarze ist es.“ Ich sah wieder hinunter und bemerkte, dass sie doch sehr lieb aussah, wie sie mit ihrem Schwanz hin und her wackelte und ihr Köpfchen zu mir hoch streckte.

Ich sagte zu Kunigunde, dass wir doch meine Tochter entscheiden lassen sollten. Kunigunde schüttelte den Kopf und antwortete: „Ich möchte sie dir schenken. Nimm die Weiße, sie macht keinen Ärger und sie kommt auch gut mit der Kleinen zu Recht.“

Ich sah wieder hinab und dann fasste ich den Entschluss: „Ich habe keine Zeit für ein Haustier.“

„Das ist schade.“, erwiderte Kunigunde, erhob sich, nahm die Katzen auf ihren Arm, während meine Tochter traurig hinterher sah. Die schwarze Katze blickte zu mir, kratze Kunigunde unaufhörlich. Die Weiße schnurrte und leckte sich das rechte Pfötchen.

Meine Tochter setzte sich auf meinen Schoß und hatte ganz verkratze Arme.

„Die Schwarze wollte nicht spielen.“, sagte sie enttäuscht und weinte.

[...]

Ein vermeintliches Ende stellt aber noch keinen Schluss dar:

Kunigunde entfernte sich leise mit den zwei ungleichen Katzentieren aus dem Wohnzimmer.

Meine Tochter sah mich mit vertränten Augen an.

„Das schwarze Kätzchen ist eben etwas wilder.
Du musst es zähmen“, sagte ich ruhig zu ihr, während sie sich mit ihrem Kopf auf meinen Brustkorb legte.

Als Kunigunde wieder das Wohnzimmer betrat, sah ich einen schwarzen Schatten hinter ihr vorbei huschen und durch die Haustür verschwinden.

Ich blickte erschrocken hinterher und verwies die alte Dame auf die dunkle Erscheinung.

„Das war nur die schwarze Katze. Sie liebt es, zu fliehen, wenn es ihr zu viel wird“, erwiderte sie.

Als ich aus dem Fenster sah, erblickte ich das stolze Tier, wie es in meine Richtung sah.

Es wollte nicht fliehen. Es blieb stehen.

Es sah mich an.

Mutig fasste ich den Entschluss, nahm meine Tochter vom Schoß, ergriff ihre kleine schweißnasse Hand und nickte der alten Frau zu.

Sie lächelte.

Meine Tochter schaute zu mir hinauf, verstand mich ganz ohne Worte und als ob das schwarze Kätzchen ahnte, was innerhalb dieser alten vier Wände geschah, eilte es hinein durch die Haustür und blieb im Flur stehen.

„Sie wird Ihnen und der Kleinen viel Freude bereiten“, sagte Kunigunde lächelnd.

Meine Tochter zog aufgeregt an meiner Hand.

„Die kratzt aber so doll!“, nahm ich den flüsternden Ton es aus der Nähe meines Oberschenkels wahr.

Ich sah hinab und nickte.

„Geh sie streicheln!“, erwiderte ich ruhig und nach kurzweiligem Zögern näherte sich das schwarze Kätzchen ganz von allein; schnurrte und kuschelte sich an meine Beine.

Meine Tochter bückte sich und streichelte das seidene Fell der Katze.

„Ganz weich, Mama. Fass mal an!“, hallte ihre Stimme.

Langsam ging ich in die Knie, berührte das schöne Fell des kleinen Raubtieres und das gleichmäßige Schnurren des zierlichen Körpers vibrierte in meinen Händen.

„Ganz zahm, Mama!“

„Wir werden sehen. Das dauert seine Zeit“, erwiderte Kunigunde und verließ fröhlich das Wohnzimmer.

 

... zankapfel ...

16.6.08 00:39


Freundschaft

So wie ich deine Stütze beim ersten Mal Fahrrad fahren war,

bin ich dazu bereit, dich an die Hand zu nehmen -

dich auf deinem steinigen Weg zu führen.

Ich kann dir eine gute Freundin sein.

Ich werde.

Ganz gewiss.

 

... zankapfel ...

 

15.6.08 19:36


Es ist grün.

So viel Zeit zum Nachdenken:

Es ist inzwischen das ganz Spontane und Ungezwungene,
was den Tag so lebenswert macht.

Doch je älter der Mensch wird,
umso mehr Berge hat er zu besteigen
und desto weniger Brücken helfen ihm,
über die reißenden Flüsse zu gelangen,
um ein neues, geebnetes Land zu erreichen.

Nach diesem langen Weg jedoch,
das Ziel erreichen wollend,
wäre es gewiss ein Irrtum,
den Ursprung all dessen "Spontanität" zu nennen.

Zwar wage ich zu behaupten,
meine Wege wären eben,
hier und da ein kleiner Bach,
zwei, drei zarte Hügel in der grünen Landschaft;
überall ein leichtes Hindurchtreten und Überqueren,
aber eine Brücke fehlte,
um den neuen Weg zu gehen:

Ich denke -
ich habe sie vor Wochen überquert
und nun blicke ich erschrocken zurück,
stelle fest, dass ich nichts vergessen habe,
schließlich wurde ich aus meinem Land vertrieben,
nicht gewaltsam,
aber auch nicht ganz ohne Verlust,
um ein neues Leben zu beginnen.

Nichts ließ ich zurück.
Ich brannte mich ein - in viele Gedanken,
vielleicht sehr schleichend,
aber in Ewigkeit ein Denkmal,
aus dem stets ein Lächeln geboren werden kann.

Ich nahm Erinnerungen an viele Jahre mit mir,
erkenne mein kindliches Ich oft wieder,
wie es mich ansieht und mir verständnisvoll zunickt.

Oft bejahend, selten verneinend.
Es war richtig bis hierher.
Nun stehe ich an der Kreuzung;
keine Ampel hält mich auf,
noch kein reißender Fluss in Sicht.

Aber immer wieder so eine blinde Vorahnung.
Bloß nicht vom Weg abkommen,
denn es ist richtig
und ich fühle mich bald sicher.

Ganz gewiss. 

... zankapfel ...


26.5.08 00:37


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